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Freitag, 20. August 2021


Sonntag, 27. Februar 2022 um 16:53:26 von Kulturpool Redaktion

Stimmungsimpressionistin Tina Blau

Anlass
Tina Blau und der Stimmungsimpressionismus

Regine Leopoldine Blau, geboren am 15. November 1845 in Wien, im heutigen dritten Bezirk Landstraße, war eine der wichtigsten Landschaftsmalerinnen Österreichs, sie zählt zu den Stimmungsimpressionisten, ein Begriff, der den Fokus der gewählten künstlerischen Motive auf die Landschafts- und Stilllebenmalerei beschreibt.

Tina Blau hat sich schon sehr früh für die Malerei interessiert und ließ sich zeitlebens von den Landschaften um Wien, speziell dem Wiener Prater und sein Umland inspirieren.
Sie ist in Zeiten des Umbruches geboren, drei Jahre nach ihrer Geburt folgten die Aufstände des Revolutionsjahres 1848. Presse-, Rede- und Meinungsfreiheit wurden gefordert. Die Revolution wurde im Oktober 1848 blutig niedergeschlagen, einige Forderungen konnten jedoch umgesetzt werden und brachten – wenn auch nicht mit sofortiger Wirkung – ihre Änderungen mit sich. Die Bauernbefreiung, der Rücktritt Metternichs und die Zusage einer Parlamentarischen Verfassung sowie erste Auflösung feudaler Strukturen und Modernisierungen im Verwaltungswesen sind vielleicht die bekanntesten Folgen dieser Zeit. Diese Änderungen und langsamen Adaptierungen an den Wunschkatalog der revolutionären Kräfte betrafen in erster Linie die Lebenswirklichkeiten der männlichen Welt. An die Rechte der Frauen wurde in dieser Zeit bestenfalls peripher gedacht, so lesen sich die Herausforderungen im Leben Tina Blaus in vielen entscheidenden Momenten wie ein Zeichen der Zeit, die Möglichkeit ein Studium zu wählen, ein Atelier zu Mieten, die Heirat unter unterschiedlichen Konfessionen, wirtschaftliche Entscheidungen oder politische Mitbestimmungsrechte oder Vereinstätigkeiten waren allesamt noch nicht autonom wählbar. Tina Blau war eine Vorreiterin in vielen Anbelangen der Bildenden Kunst für Frauen in Österreich. Frauen waren bis Anfang des 20. Jahrhunderts von dem selbständigem Öffentlichen Leben ausgeschlossen. Auch eine Mitgliedschaft in einem politischen Verein war verboten.

Zur Frauenbewegung:
Frauenbewegung – Wien Geschichte Wiki

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Frauenbewegung

Revolution1848
Revolution 1848
Revolution 1848: Universitätsplatz
Der Universitätsplatz zu Wien in der Nacht vom 13. auf den 14. Marz 1848
Archiv der Universität Wien, Bildersammlung
Aus der Sammlung der Universitätsbibliothek Wien - Phaidra

Barrikadenlied
Revolution 1848: Barrikadenlied (Flugblatt)
Barrikadenlied
Verfasser: Adolf Buchheim (Student) am 26. Mai 1848
Archiv der Universität Wien, Bildersammlung
Aus der Sammlung der Universitätsbibliothek Wien - Phaidra

Ihr Vater Simon Blau, ein k.k. Militärarzt aus Prag stammend, lebte und arbeitete in der Heumarktkaserne im dritten Wiener Gemeindebezirk. Einst selbst mit der Ausübung eines künstlerischen Berufes liebäugelnd, hat er das Talent seiner Tochter früh erkannt und stets besonders unterstützt. Da es Frauen Mitte des 19. Jahrhunderts noch nicht erlaubt war, ein Kunststudium in einer Akademie in Betracht zu ziehen, förderte ihr Vater sie bereits als 15 jährige mit Privatunterricht durch den Landschaftsmaler August Schäffer und später bei dem Porträtisten Josef Aigner. Den ersten Unterricht erhielt sie von dem Waldmüller Schüler Antal Hanély, auch die ersten Stillleben entstehen unter seinem Auge. Als ihr Vater sie auf eine Reise nördlich von Prag nach Brandeis an der Elbe mitnahm, schuf sie ihre ersten Landschaftsmalereien, in freier Natur und in frischer Luft stehend, ihr Motiv vor den Augen. Schon früh zeigte sich dieser Zugang zur Malerei und zur Natur, ihrem bevorzugten Produktionsort.

Josef Aigner
Revolution 1848: Josef Matthaus Aigner (18.01.1819-19.02.1886; Bildende Kunst, Akadem. Legion)
eh. Unterschrift; Commandant der academischen Legion
Beitragender J.Kriehuber (Lithographie), Fotostudio Helmreich, Wien I.
signiert: Kriehuber 848
ged. bei J.Hofelich
Aus der Sammlung der Universitätsbibliothek Wien - Phaidra

Josef Aigner war Schüler von Amerling und Rahl. Er wurde als Kommandant der Akademischen Legion, eines Freiwilligenkorps während der Oktoberkämpfe 1848, gefangengenommen, vor ein Kriegsgericht gestellt und zu Tode verurteilt. General Fürst Windisch-Grätz begnadigte ihn in letzter Minute. Er porträtierte Kaiser Franz Josef, Sisi und viele mehr, starb durch Suizid.

August_Schäffer
Laxenburger Park mit Spaziergängern
August Schäffer (1833 - 1916 Wien)
Datierung 1877
Aus der Graphischen Sammlung der Albertina

1867 holte sie ihre erste Erfahrung einer Ausstellungsbeteiligung dank der Initiative ihres Lehrers Josef Aigners. Er drängte sie ein Gemälde im Wiener Kunstverein auszustellen, dies brachte ihr erste positive Kritiken ein.
1869, mit 24 Jahren, zog es sie nach München, um eine vertiefende Ausbildung in der Kunstschule für Frauen anzugehen. Sie nimmt privaten Unterricht bei Prof. Wilhelm Lindenschmit d.J.. In Folge entstehen einige Werke und erste Verkäufe, wie das Bild „Jakobsee bei Polling“.


Jakobsee bei Polling
Motiv am Jakobsee bei Polling
Flußlandschaft
Herbstmorgen im bayrischen Hochland
Datierung 1869/1971
Aus der Sammlung der Österreichischen Galerie Belvedere

Mit dem Verkauf ihrer Bilder leistete sich das Reisen, mitunter konnte sie während eines Aufenthaltes auf einer ihrer Reisen ein weiteres Bild verkaufen und so ihren Aufenthalt verlängern.
In diesen Jahren lernt sie den Maler Emil Jakob Schindler kennen. Sie befreundeten sich und gingen gemeinsam auf Reisen nach Ungarn und in weitere Länder und gründeten ihre Ateliergemeinschaft in Wien. Da sie selbst kein Mietverhältnis eingehen konnte, wurde die Ateliergemeinschaft als Lehrer-Schüler Verhältnis nach außen hin "verkauft". Sie wehrte sich gegen die Idee Schülerin von Schindler gewesen zu sein, was bis heute immer wieder kolportiert wird.

Tina Blau
Blau, Tina
Mit einem Korbwagen, in dem sich ihre Malutensilien befinden, in den Praterauen.
Druck
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

Tina Blau MAK
Blau, Tina MAK
Tina Blau MAK
Anonym (Entwurf) (1971)
Papier, Flachdruck
Bibliothek und Kunstblättersammlung, Plakat
Aus der Sammlung des MAK – Museum für angewandte Kunst, Wien

1874 bezog Tina Blau ihr eigenes Atelier im Wiener Prater, in einer der von der Weltausstellung hinterlassenen Rotunden.
Aus dem Gestell eines Kinderwagens und einem größeren Weidenkorb formte sie ihr „Malwagerl“, ein mobiles Mal-Set mit Staffelei als Abstellfläche für Pinsel, Farben, ganzen Paletten und weiteren Utensilien und ging damit hinaus in die umliegende Natur des Wiener Praters. Der Stimmungsimpressionismus wurde auch durch seine Freiluftzeichnungen geprägt. Mit weit größeren Formaten als gewöhnlich, schuf sie so Werke wie den „Prater im Frühling“, Öl auf Leinwand, mit den Maßen 2x3 Meter. Typischerweise „en plain air“ - in Freiluft gemalt.

Dieses Bild wurde anfangs von der Jury des Künstlerhauses als „nicht hängbar“ eingestuft, mit den Worten, „es würde ein Loch in die Ausstellungswand reißen“. Die Hängekommission reagierte auf die untypische Helligkeit ihres Bildes und wies es anfangs zurück. Dank der Intervention von Hans Makart wurde das Bild doch zugelassen.

Erste internationale Kunstausstellung Wien 1882

Hans Makart
Porträtkarikatur Hans Makart
Porträtkarikatur Hans Makart
Franz Rumpler
Datierung 1875-1880
Hans Makart (Salzburg 1840 - 1884 Wien) - Maler aus Serie von Porträtkarikaturen von Malern, Bildhauern, Architekten, Musikern und Schauspielern aus Umkreis von Hans Makart in Wien
Aus der Sammlung der Landessammlungen Niederösterreich

Von April bis Oktober 1882 richtete das Wiener Künstlerhaus (errichtet 1865 – 1868), eine Sonderausstellung und Kunstschau, die als erste bedeutende ihrer Art in Wien bezeichnet werden kann. Dank des Einsatzes des Grafen Edmund Zichy und des Fürsten Richard Metternich, die unter Kunstfreunden Gelder aufstellten und das Ziel verfolgten, gleich anderen europäischen Metropolen einen kulturpolitischen Impuls zu setzen und eine Werkschau der damals Kunstschaffenden zu erreichen.
Die schon vor Errichtung des Künstlerhauses 1861 gegründete Künstlerhaus-Genossenschaft, heute als Gesellschaft bildender Künstler Österreichs bekannt, ist die älteste Vereinigung Wiener Maler, Bildhauer und Architekten. Die Ausstellung sollte ein Zeichen der heimischen Strahlkraft abgeben und hatte in Folge auch nach innen ihren Impuls, gilt als wichtiger initialer Antrieb der Förderung der bildenden Künste in Österreich.

Makart Internationale
Erste Internationale Kunst-Ausstellung im Künstlerhause. Wien 1882
Hans Makart (Salzburg 1840 - 1884 Wien)
R. v. Waldheim, (Österreich, 1855 - 1895), Druck
Aus der Plakat-Sammlung des MAK – Museum für angewandte Kunst, Wien

Das Offizielle Plakat der Ausstellung wurde von Hans Makart gezeichnet, der auch mit weiteren eigenen Werken in der Ausstellung vertreten war.
Zweck dieser Ausstellung war die Sichtbarmachung des Wiener und österreichischen Potentials, zehn Jahre nach dem Deutsch-Französischen Krieg und der Gründung des Kaisertums Deutschlands. Beide Länder, Frankreich und Deutschland, waren in der Bildenden Kunst dieser Zeit tonangebend. Aus vielen weiteren europäischen Ländern kamen Exponate und BesucherInnen. Fast 250.000 Menschen besuchten die Erste Internationale Kunstausstellung Wiens.

Ein Bericht vom 2. April 1882, ein Tag nach der Eröffnung, liefert ein Stimmungsbild aus den Augen eines Kritikers: https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&aid=nfp&datum=18820402&seite=4

ANNO, Neue Freie Presse, 1882-04-02, Seite 4 (onb.ac.at)
Neue Freie Presse, Bericht über die Kunstausstellung vom 2. April 1882

Fokus für die Wiener:
"Für uns Wiener ist unter den Stil-leben dieser Abtheilung namentlich die Frau Hornbostel interessant, deren trauriges Geschick seinerzeit allgemeine Theilnahme fand und welche nun seit Jahresfrist Schülerin Fritz Kaulbach's ist. Der Fisch, den das Wild darstellt, ist so interessant gemalt, dass man unwillkürlich bei dessen Anblick denkt, Lenbach habe der Kunstnovize, als sie damit hantierte, über - die Schulter geblickt!"

Neben der Bemerkung zu Frau Hornbostel, fand auch Tina Blau zumindest namentlich Erwähnung in der Aufzählung beachtenswerter Exponate. Rudolph Alt und Hans Makart finden besonderes Augenmerk. Der Bericht lobt die Initiative und die Exponate.
Antonin Proust, Frankreichs Minister der „Beaux-Arts“, der Schönen Künste, dieser Titel entspricht dem heutigen Kulturminister-Begriff, lud Tina Blau mit ihrem Bild „Frühling im Prater“ in den Pariser Salon ein. Der dortige „Auslands-Oscar“, wenn man so will, wurde unter der Bezeichnung „prix honorable“ an sie vergeben. Dort sind auch mehrere Gemälde zu den Tuilerien entstanden, wohl mit der Genugtuung der internationalen Anerkennung im Rücken.
Dieses Ereignis kennzeichnete auch ihren internationalen Durchbruch. Ihr Freiluftgemälde „Frühling im Prater“, zeigt die Landschaft unmittelbar um ihr Atelier und wurde auch en plain air gemalt.

Frühling im Prater
Frühling im Prater
Tina Blau, 1882
Beschreibung
Der "Frühling im Prater" ist Tina Blaus unbestrittenes Hauptwerk und das größte Gemälde, das die Künstlerin im Laufe ihres Lebens malte. In einem Brief an August Schaeffer vom 19. Jänner 1900 (heute Tina Blau-Nachlass, New York) berichtet die Künstlerin, dass sie am Bild 1881/82 gemalt habe. Die Jury der 1. Internationalen Kunstausstellung des Wiener Künstlerhaus 1882 wollte das Bild zunächst zurückweisen, da es in den Augen der Hängekommission zu hell war und überall ein "Loch in die Wand" machen würde. Erst auf Intervention Hans Makarts sei das Bild dennoch angenommen worden. Im Jahr darauf wurde es auf Initiative des französischen Ministers der Schönen Künste, Antonin Proust, im Pariser Salon ausgestellt, wo es eine "mention honorable" erhielt. Das Bild wurde zunächst vom Sammler F. W. Crone erworben. Im Zuge der Kollektivausstellung Tina Blaus in der Galerie Pisko 1899 konnte das Bild schließlich für die Kaiserliche Gemäldegalerie erworben werden.
Öl auf Leinwand
Rahmenmaße: 267 x 340 x 16 cm
Aus der Sammlung der Österreichischen Galerie Belvedere

1883, noch keine 40 Jahre alt, für diese Zeiten aber ungewöhnlich spät, verlobte sie sich mit dem Schlachtenszenen- und Pferdemaler Heinrich Lang und zog zu ihm nach München, wo sie Ende Dezember 1883 heirateten.
Tina Blau war Jüdin, Heinrich Lang evangelischen Glaubens. Es galt das Verbot von „Mischehen“ und sie entschied sich zu konvertieren.

Exkurs:
ANM00176 bel ok PR.pdf (austriaca.at) https://austriaca.at/0xc1aa5576_0x0039014b.pdf

„Nach dem vergeblichen Versuch des Reichstags von Kremsier 1848/49, die obligatorische Zivilehe einzuführen und das Ehehindernis der Religionsverschiedenheit aufzuheben, blieb in Bezug auf das ABGB Eherecht und die religiös bedingten Ehehindernisse alles beim Alten: Ehen, die von Anfang an rein katholisch waren und erst später infolge des Übertritts eines Ehegatten christlich gemischt wurden beziehungsweise von Anfang an gemischt waren, aber durch Übertritt eines Ehegatten katholisch wurden, blieben dem Bande nach unauflösbar.“
Daran konnte auch die im Dezember 1867 eingeführte verfassungsrechtliche Gewährleistung der Glaubens- und Gewissensfreiheit nichts ändern. Das in Ausführung dazu ergangene Gesetz über die Regelung der Interkonfessionellen Verhältnisse gab zwar jedem Staatsbürger nach vollendetem 14. Lebensjahr das Recht der freien Wahl des Religionsbekenntnisses und bestimmte auch, dass durch einen Religionswechsel alle genossenschaftlichen Rechte der verlassenen Religionsgemeinschaft an den Austretenden verloren gingen (§§4 und 5). Hinzu kam überdies, dass in §16 dieses Gesetzes angeordnet wurde, dass dem sogenannten Interkonfessionellengesetz (insbesondere auch den §§4ff) entgegenstehende Bestimmungen des bisher geltenden Rechts nicht mehr zur Anwendung kommen durften.
Zwischen Christen und Nichtchristen Christen war es verboten, sich mit Personen zu verehelichen, die sich nicht zum Christentum bekannten (§64); solche Verbindungen waren ungültig. Es wurde von diesem Ehehindernis zunächst (bis 1905) auch nie Dispens erteilt.
Grundsätzlich Konfessioneller Charakter: Das Eherecht des ABGB war in den §§ 44 bis 136 geregelt, es war konfessionell orientiert, enthielt jeweils eigene Vorschriften für Ehen von Christen, Katholiken (inklusive Griechisch-Unierte) und Akatholiken (Griechisch Orthodoxe sowie Protestanten Augsburger bzw. Helvetischen Bekenntnisses), sowie für Ehen von Juden. Mischehen waren nur unter Angehörigen christlicher Konfessionen zulässig, zwischen Christen und Nichtchristen aber verboten und auch mit Ungültigkeit sanktioniert. Erst mit dem sogenannten Interkonfessionellengesetz wurde der Übertritt von einem christlichen Bekenntnis zum Judentum rechtlich möglich.
Christian Neschwara
Konfessionell bedingte Ehehindernisse und Grundrechte seit 1867

DameMitKind
Dame mit Kind
Tina Blau, 1881
Beschreibung
Studie zum Gemälde "Frühling im Prater".
Aus der Sammlung Österreichische Galerie Belvedere

Nach ihrer Hochzeit begann Tina Blau als Lehrerin in der Malschule des Künstlerinnenvereins zu unterrichten. Der Künstlerinnen-Verein München wurde 1882 gegründet:
„Satzungsgemäß galt es das primäre Ziel zu verfolgen den kunst- und kunstgewerbetreibenden Damen Gelegenheit zu gegenseitiger Anregung in ihrem Schaffen und gegenseitiger Unterstützung in ihren Bestrebungen zu geben, Sinn und Geschmack für das Schöne zu heben und das künstlerische Verständnis in Frauenkreisen immer mehr zu entwickeln. Die Ausbildung erfolgte an einer sogenannten „Damenakademie“ des Vereins.“
Ab 1889 unterrichtete sie dort Landschaft- und Stillleben.
Die Sommermonate verbringt sie traditionsgemäß in Wien.

Oetz
Oetz, 1901
Tina Blau, 1914/1915
Beschreibung (Siehe auch Bild-Link)
Das Gemälde wurde mehr als zehn Jahre nach Tina Blaus Aufenthalt im Ötztal in ihrem Wiener Atelier gemalt. Das ursprünglich 1914 datierte Bild wurde im Jahr darauf von Tina Blau nochmals überarbeitet und die Datierung in 1915 geändert. Der ursprüngliche Zustand ist in einer Abbildung aus den Fotomappen, die die Künstlerin am Ende ihres Lebens hat anfertigen lassen, dokumentiert. Ursprünglich war auf der linken Seite noch ein großer Baum vorhanden. Tina Blau notierte Anfang 1916 in ihrer handschriftlichen Werkliste, dass sie den Baum weggenommen habe. Spuren davon sind im Gemälde noch erkennbar.
Öl auf Leinwand
Aus der Sammlung der Österreichischen Galerie Belvedere

Ihre Werke werden inzwischen auf allen Weltausstellungen und Ausstellungen gezeigt und genießen Erfolg und Anerkennung. Der Münchner Kunstverein organisiert ihre erste Einzelausstellung mit mehr als 60 Werken, die in weiteren Städten gezeigt werden. 1889 nahm Tina Blau in Paris in der Weltausstellung teil, 1892 in Chicago. Es folgten weitere Ausstellungen.

Als ihr Mann 1891 stirbt, zieht sie nach einigen Reisen, die sie bis nach Holland und Italien brachten, wieder nach Wien zurück. Unter der Federführung von Olga Prager, gründete sie gemeinsam mit Rosa Mayreder 1897 die „Wiener Frauenakademie“, ursprünglich die „Kunstschule für Frauen und Mädchen“, als eine künstlerische Bildungseinrichtung in Wien, in der Nähe ihres ehemaligen Prater-Ateliers. Diese Initiative ermöglichte es Frauen, die sich für Malerei, Graphik und Bildhauerei interessierten, eine Ausbildung ohne teuren Privatunterricht zu erhalten. Tina Blau unterrichtete die Klasse „Landschaftsmalerei und Stillleben“ von 1898 bis 1915, also bis kurz vor ihrem Tode. Die heutige Wiener Modeschule Hetzendorf stellt mehr oder weniger die Fortsetzung der ursprünglichen Frauenakademie dar, wenn auch über einige Umwege.

Tina Blau hat Weichen für Frauen in der Kunstlandschaft und Malerei gestellt und war eine der bedeutendsten österreichischen Malerinnen des 19. Jahrhunderts. Sie war unter anderem auch mit Marie von Ebner-Eschenbach, Rosa Mayreder und vielen anderen Größen ihrer Zeit befreundet. Marie von Ebner-Eschenbach teilte sich ihre Lebensjahre – Geburt 1830 – Tod 1916 mit Kaiser Franz Josef und lässt so anschaulich eine ganze Ära umfassen. Auch Tina Blau stirbt 1916 nach einer längeren Erkrankung an einem Herzstillstand in einem Wiener Sanatorium.

Zitat von Walter Taussig:
Tante Tina hatte immer betont, dass sie als Künstler (sic), und nicht als malende Frau beurteilt werden wolle“, erinnert sich ihr Großneffe Walter Taussig in seiner Rede anlässlich der Eröffnung der Tina Blau-Ausstellung im Jüdischen Museum in Wien im Sommer 1996.

LINK – Siehe auch:
Tina Blau (fembio.org) https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/tina-blau/

Tina Blau d'Ora
Tina Blau in fortgeschrittenem Alter
Madame d'Ora, Atelier 1915-07-08
Tina Blau in Arbeitsmantel.
Objektklasse/Objektname
Fotografie
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

Sie zählt zu den ProtagonistInnen der österr. Landschaftsmalerei, des Blumenstilllebens. Ihr Interesse galt auch dem in Mode gekommenen Jugendstil.
Neben Carl Moll, Theodor von Hörmann und Emil Jakob Schindler zählt ihr Stil zum Poetischen Realismus. Mit Marie Egner, Olga Wisinger-Florian, Hugo Darnaut sowie den oben genannten zählt sie zu den im Stil des österreichischen Stimmungsimpressionismus arbeitenden KünstlerInnen.
1917 wurde im Künstlerhaus eine Gedächtnisausstellung mit Werken Tina Blaus ausgerichtet. 100 Jahre danach lud das Belvedere, unter Beteiligung des Dorotheums, 2017 unter dem Titel „Meisterwerke im Fokus“ zu einer Jubiläums-Schau. In diesem Jahr erscheint auch ihr elektronisches Werkeverzeichnis.

Exkurs:
Der Stimmungsimpressionismus, ca. 1870 bis 1900, als Begriff seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts etabliert, umschreibt die aus den Traditionen der niederländischen Landschaftsmalerei entstandenen Stilmittel und hebt die besonderen Reize der einen umgebenden Natur durch klare Lichtverhältnisse in der Landschaft, ihrer atmosphärischen Reize und Besonderheiten hervor. Eine Freilichtmalerei, die häufig Motive aus dem Wiener Umland wählte, wie dem Wienerwald, dem Prater und den Praterauen sowie bis aus der Wachau.

Donnerstag, 2. Dezember 2021 um 16:56:15 von Kulturpool Redaktion

Jubilum - 100er

Anlass
100er Jubiläen einiger Österreicherinnen und Österreicher

Das Lateinische Wort júbilum n. bedeutet „Freudenruf der Hirten“ und mischt sich laut Kluge mit einer weiteren Quelle, die in „Jubel- oder Jobeljahr“ bezeugt ist: „Nach dem mosaischen Gesetz war jedes 50. Jahr ein Erlassjahr, das mit dem Widderhorn (hebr. jóvél) eingeblasen wurde.

Widderhorn
Gideons Männer blasen das Widderhorn zum Kampf gegen die Midianiter
Buchmalerei, Datierung 1465-1475
Aus der Sammlung der REALonline des Instituts für Realienkunde - Universität Salzburg

Papst Bonifatius VIII. führt 1300 ein christliches Jubeljahr ein, das alle hundert Jahre wiederkehren soll und Kirchenstrafen erlässt. Von späteren Päpsten wird der Zeitraum auf 50 Jahre, dann auf 33 und schließlich auf 25 Jahre verkürzt.“ Daher stammen die Worte Jubiläum und Jubilar, so wie auch das Nennwort jubeln.

Auf die heutige Zeit bezogen, könnte man die allgemeine Freude vorstellen, wenn etwa alle fünf Jahre verhängte Verkehrstrafen oder sonstige offene Rechnungen getilgt werden würden durch offiziellen Erlass.

Auch wenn das nicht zu erwarten ist, bringen Jubiläen meist trotzdem etwas Gutes, vor allem dem Kulturerbe. Das Andenken an eine Persönlichkeit, die für eine Öffentlichkeit von Bedeutung ist, vermittelt durch zeitgenössische Interpretation, Dokumentation und Reportage, liefert neue Aspekte zu bereits bestehendem Wissen, eine nachhaltige Erinnerung durch mediale Verbreitung auch erstmaligen Bezugspunkt für viele oder jüngere Generationen. Insofern ist das Feiern von Jubiläen eine wichtige Säule der Erinnerungskultur und eine relevante Methode einem Ereignis, einer Persönlichkeit vertiefende oder neue Öffentlichkeit zu verschaffen.

Im Jahr 2021 gibt es gleich mehrere runde Jubiläen, einige 100er, die auch wieder eine zeitliche Einordnung der literarischen, wissenschaftlichen und weiteren Strömungen gedanklich erleichtert, durch Wahrnehmung, wer von mehreren Persönlichkeiten das gleiche Geburtsjahr teilt, in die gleiche Zeit hineingeboren wurde. Auch Sterbedaten sind gleichwertig ein Anhaltspunkt der Darstellung. Hier bringt jeder 100er mehr eine vertiefende Auseinandersetzung und auch aus zeitgenössischer Sicht meist eine Fülle an Neuinterpretationen, weiterer Herausgaben oder Hommagen. Dies ist sehr deutlich an dem 700. Todestag von dem florentinischen Dichter Dante Alighieri zu sehen, der sein Gedenkjahr bereits in die letzte Runden gebracht hat.

Zu den 100. Geburtstagen mehrerer österreichischer Persönlichkeiten wie des Dichters H.C. Artmann, der Schriftstellerin Ilse Aichinger, des Arztes und Vertreters der Individualpsychologie Erwin Ringel, des Lyrikers und Übersetzers Erich Frieds gab es eine Vielzahl an Sendungen, Berichten, Gedenkfeiern und Veranstaltungen. Neue Editionen und Auflagen wurden herausgebracht und
auch der Kulturpool versteht sich als laufend entwickelnde und erweiternde Anlaufstelle, die ein breites Themengebiet absteckt und durch das semantische Suchsystem "auf gut Glück" nicht immer nur klar vorhersehbare, sondern durchaus auch interessante assoziierte Ergebnissen liefert. Ähnlich die Suchmöglichkeiten auf der Europeana, die ein Sammlungsnetz vieler europäischer Bestände anbietet und auch laufend redigiert und verbessert wird. Kulturpool, mit über einer Million an Digitalisaten, antwortet mit einer Vielzahl an Ergebnissen zu den jeweiligen Einträgen. Die Europeana bietet für die europäische Ebene konsequenterweise ein Vielfaches an Objekten für den zielstrebig Suchenden als auch für den Zufallsfund stets eine hoffentlich ergiebige oder inspirierende Antwort.

„Jubiläen! Die 100er einiger österreichischer Persönlichkeiten im 2021er Jahr“

100 Jahre Ilse Aichinger

100 Jahre HC Artmann

100 Jahre Erwin Ringel

100 Jahre Erich Fried

100 Jahre Paul Watzlawick

1 o o J a h r e

H.C. Artmann - Dichter, Wortakrobat und Schriftsteller
Geboren am 12. Juni 1921 in Wien; gestorben am 4. Dezember 2000 ebenda

ArtmannAmstetten
H.C. Artmann hat Amstetten passiert - Persönlichkeiten beim Aufenthalten im Lande rund um Wien
Anton Wichtl, Datierung 1965
Tusche, laviert auf Transparentpapier
Kunstzeichnung
Aus der Sammlung der Landessammlungen Niederösterreich

Artmann
Hans Carl (H.C.) Artmann
Otto Breicha, Datierung 1963
Fotografie, Dichtung, Wiener Gruppe
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek/ Breicha

Zu Bilder, Schrift und Werk siehe auch folgende Links:

https://www.hcartmann.at/

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Hans_Carl_Artmann

http://www.literaturhaus.at/index.php?id=5309

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/reflexionen/geschichten/2107790-H.-C.-Artmann-Taenzer-auf-allen-Maskenfesten.html

1 o o J a h r e

Ilse Aichinger - Schriftstellerin, bedeutende Repräsentantin der Nachkriegsliteratur
Geboren am 1.November 1921 in Wien; gestorben am 11.November 2016 ebenda

Aichinger
Die größere Hoffnung. Autorenlesung [Ausschnitt]
Unveröffentlichte Eigenaufnahme der Österreichischen Mediathek
07.12.1965
Aus der Sammlung der Österreichischen Mediathek

Aichinger|
Ilse Aichinger
Interfoto / Brigitte Friedrich

Zu Bilder, Schrift und Werk siehe auch folgende Links:

https://austria-forum.org/af/Biographien/Aichinger%2C_Ilse

https://orf.at/stories/3234322/

https://www.hdg.de/lemo/biografie/ilse-aichinger.html

https://www.derstandard.at/story/2000130785006/ilse-aichinger-schreiben-als-existenzielle-verflechtung

1 o o J a h r e

Erwin Ringel, Arzt und Vertreter der Individualpsychologie
Geboren am 27. April 1921 in Timișoara, Rumänien; gestorben am 28. Juli 1994 in Bad Kleinkirchheim, Kärnten
schrieb über 600 Arbeiten, veröffentlichte 20 Bücher

ProfessorRingel
Professor Erwin Ringel
Cermak, Alfred, Datierung 1975
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek/ Cermak

Schranz
Versuch einer Beschreibung der psychischen Verfassung des Österreichers an Hand des Falls Karl Schranz. [Ausschnitt]
Unveröffentlichte Eigenaufnahme der Österreichischen Mediathek
Datierung 17.01.1973
Aus der Sammlung der Österreichischen Mediathek
Foto aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek/ Cermak

Zu Bilder, Schrift und Werk siehe auch folgende Links:

https://science.orf.at/stories/3206196/

http://www.erwinringel.at/

https://www.doew.at/erinnern/biographien/erzaehlte-geschichte/ns-judenverfolgung-deportation/erwin-ringel-ringel-koennen-sie-injektionen-geben

1 o o J a h r e

Erich Fried - österreichischer Lyriker, Übersetzer und Essayist
ein Hauptvertreter der politischen Lyrik der Nachkriegszeit
Geboren am 6. Mai 1921 in Wien; gestorben am 22. November 1988 in Baden-Baden

Erich Fried
Erich Fried
Porträtskizze, Bleistiftzeichnung von Catherine Fried-Boswell, Datierung 1985-11-09
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

[ErichFried
Aufgetreten ist er bis zuletzt: Erich Fried (1921 bis 1988) bei einer Lesung im Deutschen Theater in Berlin im Oktober 1988. Bild: Picture-Alliance
Siehe Link unten faz.net

Zu Bilder, Schrift und Werk siehe auch folgende Links:

https://www.onb.ac.at/bibliothek/sammlungen/literatur/liebeslyrik-und-streitgedichte-zum-100-geburtstag-von-erich-fried

https://wortwuchs.net/lebenslauf/erich-fried/

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/der-lyriker-erich-fried-waere-heute-hundert-jahre-alt-geworden-17327369.html

https://erichfriedtage.com/

1 o o J a h r e

Paul Watzlawick - Philosoph, Psychotherapeut und Kommunikationswissenschaftler
Geboren am 25. Juli 1921 in Villach, Kärnten; gestorben am 31. März 2007 in Palo Alto, Kalifornien
Watzlawick veröffentlichte 18 Bücher, die in 85 Sprachen übersetzt wurden. Darüber hinaus verfasste er über 150 Artikel und hielt Vorträge.

watzlawick
Paul Watzlawick
Porträtfoto - Aus "Essenzen - zum 100. Geburtstag von Paul Watzlawick"
hogrefe - siehe Link unten

[paul-watzlawick-geboren-1921.jpg
Faz - Bericht zum 100. Geburtstag von Paul Watzlawick
Siehe Link unten faz.net/Foto: Getty

Zu Bilder, Schrift und Werk siehe auch folgende Links:

„Die eigentliche Ursache des Leids liegt in unserer Unwilligkeit, Tatsachen als reelle Tatsachen und Ideen als bloße Ideen zu sehen, und dadurch, dass wir ununterbrochen Tatsachen mit Konzepten vermischen. Wir tendieren dazu, Ideen für Tatsachen zu halten, was Chaos in der Welt schafft.“

https://www.hogrefe.com/de/thema/essenzen-im-gespraech-mit-paul-watzlawick

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/paul-watzlawick-zum-hundertsten-geburtstag-17449071.html

Sonntag, 31. Oktober 2021 um 16:16:27 von Kulturpool Redaktion

130 Jahre Kunsthistorisches Museum

Anlass
130 Jahre Kunsthistorisches Museum

„Alle aber waren voll der Bewunderung für diese Kunstschöpfung, die von nun an die Krone der monumentalen Bauwerke unserer Stadt bilden wird!“

Bericht über die Eröffnung des Kunsthistorischen Museums in der Neuen Freie Presse, vom Sonntag, 18.10.1891

ANNO, Neue Freie Presse, 1891-10-18, Seite 6 (onb.ac.at)

https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=18911018&seite=6&zoom=10

Das Kunsthistorische Museum Wien wurde am Samstag, dem 17.10.1891 unter der Anwesenheit von Kaiser Franz Josef I. und weiteren 6.000 Gästen feierlich eröffnet. Erzherzöge, alle Minister, der Oberstkämmerer, der Oberststallmeister, ein Sammelsurium an p.t. Gästen wollten das nach 20-jähriger Bauzeit fertiggestellte Meisterwerk kennenlernen sowie nach ein paar Tagen auch die Bevölkerung, die bei freiem Eintritt die kaiserlichen Sammlungen schauen durfte. In der ersten Phase strömten an den Sonn- und Feiertagen mehr Personen in das Kunsthistorische Museum als in der Wiener Stadthalle heutzutage Platz hätten. Weit mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher zählte in einer längeren Anfangsphase das Museum an vorwiegend Sonntagen, die zum Flanieren auf der Ringstraße oder eben einem nun möglichen Museumsbesuch einluden.

Eröffnung
Die Eröffnung des Kunsthistorischen Museums durch Kaiser Franz Joseph I. am 17.10.1891
Robert Raschka (Künstler) (1847 Bukarest - 1908 Wien)
Aus der Sammlung des Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie

Das Kunsthistorische Museum in Wien und damit der KHM Museumsverband gehört zu den bedeutendsten Museumsorganisationen weltweit und findet sich in den diversen internationalen Rankings stets unter den allerbesten Häusern.
Der KHM Museumsverband, die größte Museumsgruppe Österreichs, besteht aus den drei Bundesmuseen Kunsthistorisches Museum Wien, dem Weltmuseum Wien und dem Theatermuseum (seit 2001 Teil des Verbandes). Mit Schloss Ambras Innsbruck hat der KHM-Museumsverband als derzeit noch einziges Bundesmuseum eine Repräsentanz in den Bundesländern.
Diesen Oktober 2021 jährt sich die Eröffnung des Kunsthistorischen Museums zum 130. Mal.

Eröffnung
Eröffnung des Kunsthistorischen Museums, 1891-10-17
Festakt im Beisein Kaiser Franz Josephs I.
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

Durch den Lockdown wurde das Museum erstmals seit dem Ende des zweiten Weltkrieges für mehr als drei Monate geschlossen.
Durch das Ausbleiben der Touristen kam es zu einem Rückgang der Besucherzahlen von mehr als 75%.
Vor den covid-bedingten Maßnahmen verzeichnete der KHM – Museumsverband eine Eigendeckung durch Ticketverkauf von mehr als 50%, durch die folgenden Umsatzverluste führte die Eigenwirtschaftlichkeit zu nurmehr 24% - nur mehr einem Viertel des Gesamtumsatzes durch Verkauf von Eintrittskarten. In konkreten Besucherzahlen heißt das umgerechnet einen Besucherrückgang von zuvor um die 1,8 Millionen Gäste (2019) auf 475.000 (2020). Die noch „geöffneten“ Monate Jänner und Februar 2020 sorgten für mehr als die Hälfte der gesamten Eintrittserlöse.

KHM Dia
Kunsthistorisches Museum Wien
Bibliothek und Kunstblättersammlung
Aus der Sammlung des MAK – Museum für angewandte Kunst, Wien

Tiziano Vecellio oder auch Tizian genannt
Auch wenn die früheren Besucherzahlen, vor allem durch das Ausbleiben der üblichen Tourismusströme, voraussichtlich noch länger nicht erreicht werden, wird die derzeit laufende Tizian-Ausstellung sicherlich zu einem wachsenden Besucherstrom führen.

Karl V
Kaiser Karl V. (1500-1558) im Harnisch, Bildnis in halber Figur, Mitte 16. Jahrhundert
Tiziano Vecellio, gen. Tizian (um 1488 Pieve di Cadore - 1576 Venedig)
Aus der Sammlung Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie

Als Vorlage für dieses Gemäldes diente das im Original verlorene Portrait, das Tizian nach der Schlacht bei Mühlberg in Augsburg anfertigte und das in zahlreichen Kopien, darunter Bildnisse von Juan Pantoja de la Cruz und Rubens, überliefert ist. Im Vergleich mit einigen anderen Ausführungen gibt dieses Gemälde das Original Tizians genauer wieder.
Der Reiterharnisch, den Karl V. auf dem Bildnis trägt, ist vermutlich eine Arbeit des Desiderius Helmschmid aus Augsburg von 1547/48, nicht jedoch der Harnisch der Schlacht von Mühlberg, den einige andere Kopien zeigen.
Karl V. wurde im Jahr 1500 in Gent als ältester Sohn Philipps des Schönen und Juanas von Kastilien geboren. Infolge des Todes seines Vaters und der Krankheit seiner Mutter wurde er unter Aufsicht seiner Tante Margarete in den Niederlanden erzogen und bereits 1515 für volljährig erklärt. Nach dem Tod seines Großvaters mütterlicherseits, Ferdinand von Aragon, wurde er 1516 König von Spanien; von seinem Großvater väterlicherseits, Maximilians I., erbte er 1519 die österreichischen Länder und die Niederlande. Durch eine Erbteilung mit seinem Bruder Ferdinand I. kam es zu einer spanischen und österreichischen Linie der Habsburger. 1530 wurde Karl V. in Bologna zum Kaiser gekrönt. Seine Regierungszeit ist von unablässigen kriegerischen und politischen Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich, den europäischen Nationalstaaten und den protestantischen deutschen Reichsfürsten erfüllt. 1547 gelang dem Kaiser in der Schlacht bei Mühlberg ein Sieg über die protestantischen Reichsfürsten. 1556 legte der Kaiser seine Würden nieder und zog sich nach San Jeronimo de Yuste zurück, wo er 1558 starb.

Die "Belle Donne" Venedigs
"Nach 1500 erschienen Frauen in der Malerei zunehmend in einem neuen Licht. Die Bildnisse schöner Frauen ("Belle Donne") sind ein Phänomen der Kunstgeschichte, das sich im Venedig der Renaissance entwickelt hat. Die poetisch-erotischen Frauenbildnisse, die zu jener Zeit entstanden sind, waren wegweisend für die europäische Malerei der nachfolgenden Jahrhunderte.

Gerade Tizian vermochte es auf eindrucksvolle Art und Weise, die von ihm abgebildeten Frauen als intellektuell und elegant, sowie gleichsam idealisiert und genussvoll darzustellen. Die neue Ausstellung beleuchtet die Frauen selbst, aber auch ihre Accessoires – die Mode, edlen Stoffe, Frisuren, reichen Geschmeide und Perlen jener Zeit.", Auszug aus einer Ankündigung auf wien.info

https://www.wien.info/de/sightseeing/museen-ausstellungen/tizians-frauenbild-khm-409188

Nymphe
Nymphe und Schäfer
Tiziano Vecellio, gen. Tizian (um 1488 Pieve di Cadore - 1576 Venedig)
um 1570/75
Aus der Sammlung des Kunsthistorischen Museum Wien, Gemäldegalerie

"Das dem Bild zugrunde liegende Thema ist bis heute nicht befriedigend geklärt, doch hat es Tizian durch die psychologische Tiefe der Gestaltung ins Mythische gehoben. Auf einem Tierfell schwerfällig und breit gelagert, bis auf einen Schleier enthüllt, erscheint die Frau mit dem allwissenden, fast kalten Blick gleichsam als universale Naturkraft im Zentrum der kosmischen Landschaft. Der an den Rand gedrängte bekleidete, laubbekrönte Jüngling mit der Flöte drückt dagegen temporäre Bewegung und vielleicht Vergänglichkeit aus. Stabilität und Instabilität kennzeichnen auch die dramatisch beleuchtete, ewige Veränderung implizierende Landschaft, mit der die Figuren zu einer visionären Einheit verschmolzen sind. Eine Besonderheit seiner Malerei ist nicht nur die offene Malweise und der sichtbare Pinselstrich, sondern auch die differenzierte, ja gegensätzliche malerische Gestaltung verschiedener Bildpartien. Dadurch erhalten die Bilder Tizians eine besondere Expressivität."

Saal
Kunsthistorisches Museum, Wien 1
Saal II, Galerie. Durchblick, 1910
Fotografie
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

Panzer
Panzer
Sowjetischer Panzer in Wien
Ein sowjetischer Panzer amerikanischer Fertigung, ein Sherman M4, zwischen dem Kunsthistorischen Museum und dem Naturhistorischen Museum in Wien.
Simon Raskin, 1945
Fotografie
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek/Raskin

Luftbild
Luftbild
Wien 1, Luftbild des Hofburg-Museen-Komplexes
Museumsquartier (ehem. Hofstallungen), Naturhistorisches und Kunsthistorisches Museum, Hofburg, Burgtheater, Volksgarten, Heldenplatz, Burggarten, Staatsoper; Luftbild von Süd-Westen.
Fotografie
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

Die Kunstkammer und der Diebstahl der Saliera

Der wohl spektakulärste Kunstdiebstahl in der Geschichte der Republik fand am 11. Mai 2003 im Kunsthistorischen Museum statt. Drei ganze Jahre war das kunstvoll gestatltete Salzfass von Benvenuto Cellini verschwunden und leitete eine Großfahndung mit sehr großem Medieninteresse ein.

"Der Diebstahl am 11. Mai 2003
Die letzten Besucher der „Langen Nacht der Musik“ verlassen am 11. Mai 2003 gegen 2.00 Uhr das Kunsthistorische Museum. Das Gebäude ist wegen Renovierungsarbeiten eingerüstet. Um 3.55 Uhr schlägt der Bewegungsmelder in der Gemäldegalerie im ersten Stock an. Drei Sicherheitsbeamte nehmen den Alarm wahr, reagieren aber nicht. Entgegen den Vorschriften halten sie nicht persönlich Nachschau in der Galerie, das Saallicht und die Videoüberwachungsanlage werden nicht aktiviert.

Innerhalb einer vorgesehen Zeitspanne machen sie die Bewegungsmelder wieder scharf, wodurch eine automatische Weiterleitung an die Polizei entfällt. Gegen 8.20 Uhr entdeckt der Oberaufseher den Einbruch. Ein Fenster ist eingeschlagen, die Vitrine zerstört, Cellinis wertvolle Skulptur „Saliera“ ist weg. Erst jetzt wird die Polizei verständigt.

Nach dem Diebstahl läuft eine weltweite Fahndung nach der Saliera. Angebliche Spuren verlaufen ins Nichts, Lösegeldforderungen werden gestellt, der damalige KHM-Direktor Wilfried Seipel wird verschaukelt und gar bis nach Italien gelotst, auch die Ermittlungen der Polizei bleiben ohne Erfolg.

Von Mai 2003 bis Jänner 2006 dauert es, bis sich eine erste heiße Spur zu dem Kunstwerk eröffnet. Ein Teil des Kunstwerks, der abnehmbare Dreizack befindet sich in den Händen der Polizei. Außerdem kann die Polizei ein Bild von einem Verdächtigen anfertigen. Am 21. Jänner 2006 gesteht ein damals 50-jähriger Experte für Alarmanlagen aus Wien-Neubau den Diebstahl der Saliera. Er führt die Polizei zu einem Waldstück bei Brand im Bezirk Zwettl. Dort wird eine Kiste ausgegraben, darin enthalten die Saliera.

Der Diebstahl machte das Salzfass weltweit wohl zum bekanntesten Stück der Sammlung. In der am 1. März wieder eröffneten Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums Wien ist es im Saal XXIX ausgestellt." wien, orf.heute

Saliera
Die Saliera ist weg. Kunstdiebstahl in Wien [Ausschnitt]
Die Saliera - ein kunstvoll gestaltetes Salzfass wurde in der Nacht auf den 11. Mai 2003 aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien entwendet. Die einzigartige Goldschmiedearbeit des italienischen Bildhauers und Goldschmieds Benvenuto Cellini ist unbezahlbar. Sonntagsjournal vom 11. Mai 2003.
Wien : Österreichische Mediathek
Radiosendung-Mitschnitt
Portaltreffer | Österreichische Mediathek
Datierung
11.05.2003
Aus der Sammlung der Österreichischen Mediathek

Cellini verfasste einige Erklärungen seines Werkes:
"...um zu zeigen, wie das Meer sich mit der Erde verbindet, machte ich zwei Figuren einen guten Palm groß, die mit verschränkten Füßen gegeneinander saßen, so wie man die Arme des Meeres in die Erde hineinlaufen sieht. Das Meer, als Mann gebildet, hielt ein reich gearbeitetes Schiff, welches Salz genug fassen konnte, darunter hatte ich vier Seepferde angebracht und der Figur in die rechte Hand den Dreizack gegeben; die Erde hatte ich weiblich gebildet, von so schöner Gestalt und so anmutig, als ich nur wusste und konnte.

Ich hatte neben sie einen reichen, verzierten Tempel auf den Boden gestellt, der den Pfeffer enthalten sollte...auf ihrer Seite waren die schönsten Tiere vorgestellt, welche die Erde hervorbringt..."

Saliera
Sogenannte Saliera
Benvenuto Cellini (Künstler) (1500 Florenz - 1571 Florenz)
1540-1543
Aus der Sammlung des Kunsthistorischen Museum Wien, Kunstkammer

Zukunftsprojekt Das Heroon von Trysa

Heroon
Das Heroon von Trysa
Aus der Sammlung des Kunsthistorischen Museum Wien, Antikensammlung

Im zerklüfteten Bergland Lykiens (Südwesttürkei) liegt auf
einem Bergrücken das antike Trysa mit einer befestigten Burg,
einer Wohnsiedlung sowie mehreren Nekropolen. Berühmtheit
erlangten die reliefgeschmückten Umfassungsmauern des
Heroons im Nordosten des Burghügels. Es handelt sich um
den Grabbezirk eines einheimischen Fürsten, dem wie einem
Helden (Heros) kultische Verehrung entgegengebracht wurde.
Gemeinsam mit seinen nächsten Angehörigen war er in einem
mehrgeschossigen Grabbau im Inneren der Anlage bestattet.
Ein hölzerner Einbau diente dem Totenkult. Der Name des
Grabinhabers ist nicht bekannt, doch dürfte es sich um einen
der mächtigen Dynasten Lykiens gehandelt haben, die wir aus
der lykischen Münzprägung kennen.
Die einst reich bemalten Reliefs erzählen Episoden aus dem
Mythos und – teilweise darin verwoben – dem Leben des Grabherrn.
Einzigartig sind die Verschmelzung von rein griechischen
Elementen mit solchen der einheimisch-lykischen und der persischen
Kultur, die Anklänge einer Linearperspektive und der
kunsthistorisch bemerkenswerte Umgang mit zwei übereinanderliegenden
Reliefzonen, die meist unterschiedliche Themen
zeigen, streckenweise jedoch zu einer Komposition zusammengefasst
sind.
Aufgrund stilistischer Kriterien geht die Forschung von einer
Entstehungszeit der Friese um 380 v. Chr. aus, doch wurden
auch andere Datierungen vorgeschlagen.

Das Heroon von Tyrsa, dem spektakulären Relief und bisher nicht gezeigten Kulturschatzes der Antike, ist nach eigenen Angaben des Museums ein Zukunftsprojekt und die Realisierung dieser Ausstellung ein besonderes Vorhaben.

Heroon
Mit einer Gesamtlänge der Friese , von 211 Metern, auf denen beinahe 600 aus Stein gemeißelte Figuren zu 15 Themen komponiert sind, ist das von Heroon ein einzigartiges Monument aus der griechischen Klassik (5./4. Jh. v. Chr), vergleichbar mit den Reliefs der Akropolis in Athen, die zeitgleich entstanden. Die unterschiedlichen Themen – Stadtbelagerung, Jagd und Schlacht, mythologische Szenen, Amazonen- und Kentaurenkämpfe – fügen sich zu einem Bildprogramm zusammen, das insbesondere durch eine Verbindung von klassisch-griechischen, einheimisch-lykischen, ägyptischen und orientalischen Elementen einmalig ist.
Die Reliefplatten wurden 1881 wiederentdeckt, für die kaiserlichen Sammlungen erworben und mit Genehmigung der osmanischen Behörden nach Wien gebracht. Ausschnitte des Reliefs sind seit 2005 in den Sammlungen des Kunsthistorischen Museums zu bewundern, gesamt wurde es aber noch nie gezeigt. Geschäftsbericht 2020

Sonntag, 29. August 2021 um 12:18:56 von Kulturpool Redaktion

Neue Objekte der Museen in Vorarlberg

Anlass
641 neue Objekte der „Museen in Vorarlberg“

Feierlichkeiten in Bregenz
1805
Feierlichkeiten in Bregenz anlässlich der Rückgabe von Vorarlberg an Österreich
Im Frieden von Pressburg im Dezember 1805 musste Österreich Vorarlberg an Bayern abtreten, das eine umfassende Verfassungs- und Verwaltungsreform durchführte. Eine Kirchenreform knüpfte an die josefinische Reformpolitik an, die zuvor schon heftigen Widerstand im Land ausgelöst hatte. Umso freudiger wurde 1814 die Rückkehr ins Habsburgerreich begrüßt. in Bregenz waren alle Häuser mit Transparenten geschmückt und an der Pforte der Kapuzinerkirche las man eine Inschrift aus dem Hohenlied (5, 10): "mein Liebling ist weiß und rot". Feste wurden gefeiert und ein Dankgottesdienst zelebriert, dessen feierlichen Einzug mit Kaiserporträt in die Pfarrkirche Johann Nepomuk Walcher bildlich festhielt.

Als ältester und größter kulturgeschichtlicher Verein des Landes Vorarlberg unterstützt der VLMV seit mehr als 150 Jahren unter anderem die landeskundliche Forschung und die Verbreitung heimatkundlicher Kenntnisse. Seit einigen Jahren ist der Verein zudem Herausgeber des drei Mal pro Jahr erscheinenden „museum magazin“, in dem die gesamte Museumslandschaft Vorarlbergs eindrücklich ihren Niederschlag findet. Die Aufgaben der Kulturabteilung umfassen ein breites Spektrum. Wesentliche Leistungen sind Kulturförderung, Begleitung und Durchführung von Impulsprojekten, Information und Beratung. Beide Institutionen verstehen sich innerhalb der Vorarlberger Museumslandschaft als Netzwerk- und Servicestelle. Diese gemeinsame Zielsetzung macht diese Kooperation ebenso naheliegend wie bereichernd.

https://museenvorarlberg.at/ueber

Alpmuseum uf m Tannberg Schröcken
Gepsen
Gepsen (Aufrahmgefäße)
Alpmuseum uf m Tannberg Schröcken

Eine Gepse ist ein rundes, hölzernes, niedriges Gefäß, das von zwei Reifen (Tannenästen) zusammengehalten wird. (Die Gebsen mussten stets durch Waschen in der Schotte bzw. durch "Ausbrühen" mit Wasserdampf sauber gehalten werden. Funktion: Eine Gepse dient zur Aufbewahrung der Milch, bis sich an der Oberfläche eine Rahmschicht bildet, die in der Folge zur Käseherstellung verwendet wird. Die Milch wird durch einen Seihtrichter in die Gebsen geschüttet. Eine andere Verwendung ist zum Auffangen der Molke beim Pressen der Käsemassen. Insgesamt befinden sich 19 Gepsen in der Alpe.

Das unter Denkmalschutz stehende Museum bietet Einblicke in das Leben und die Arbeit der Bergbauern von einst. In der Schausennerei mit alten Gerätschaften, in der niedrigen Stube, auf dem Heuboden, auf dem bis zu zehn Personen ihr Nachtlager aufgeschlagen hatten, im Stall und im Käsekeller werden 400 Jahre Kulturgeschichte wieder lebendig. Das Alpmuseum versteht sich als Zeichen der Ehrfurcht gegenüber dem Lebensraum früherer Generationen, dem Arbeitsraum der Alpwirtschaft, der Kulturlandschaft Alpe und dem ökologischen Reichtum auf dem Tannberg.

https://www.alpmuseum.at

inatura Dornbirn
Schmetterling
Schmetterlingssammlung Dr. Hartwig Baer
inatura Dornbirn

Sammlung von ca. 13.000 Schmetterlingen aus den 1920er- bis 1970er-Jahren aus ganz Vorarlberg

Die inatura ist ein einzigartiges Museumskonzept, das Besucher interaktiv an spannende Themen heranführt und Forschung, Naturwissenschaft und Technik „begreifbar“ macht. In Experimenten, mit Anschauungsobjekten, Filmen und Bildern begeben sich die Besucher auf eine spielerische Reise durch die für Vorarlberg typischen Lebensräume Gebirge, Wald und Wasser. Ein weiterer Schwerpunkt gilt dem menschlichen Körper. Man wandert durch die Organsysteme und erfährt mit allen Sinnen, wie diese funktionieren und optimal versorgt werden.

https://www.inatura.at

Jüdisches Museum Hohenems
Schutzbrief
_Schutzbrief von Graf Kaspar von Hohenems _
Jüdisches Museum Hohenems

Der Schutzbrief des Grafen Kaspar von Hohenems regelte Rechte und Pflichten der zuziehenden Juden. Mehrere Fassungen sind erhalten. Diese weist eine handschriftliche Änderung von 1638 auf sowie eine handschriftliche Anmerkung von Rabbiner Aron Tänzer, der um 1900 die Geschichte der Juden von Hohenems schrieb. Auf der Rückseite steht außerdem in jiddischer Sprache: „Alte Freiheiten von Ems“.

Das Jüdische Museum Hohenems als Museum mit internationaler Ausstrahlung erinnert an die landjüdische Gemeinde Hohenems und ihre vielfältigen Beiträge zur Entwicklung Vorarlbergs und der umliegenden Regionen. Es erzählt eine exemplarische Geschichte der Diaspora und es beschäftigt sich mit Jüdischer Gegenwart in Europa, mit Israel, mit Fragen des Zusammenlebens und der Migration. Dazwischen steht das Ende der Jüdischen Gemeinde von Hohenems, markiert durch die regionale NS-Geschichte, Antisemitismus, Vertreibung und Deportation.

https://www.jm-hohenems.at

Krippenmuseum Dornbirn
Krippe
Krippe
Krippenmuseum Dornbirn

Typ orientalisch, Figuren von Ilse Wohlgenannt, 6 Personen, 14 Schafe,1 Esel, 1 Rind, 1 Ziege

Der Verein Krippenmuseum Dornbirn hat im Jahr 2003 in einem 145 Jahre alten ehemaligen Pferdestall Herberge gefunden. In liebevoller, aufwendiger Sanierung (in über 4000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden) durch die Mitglieder des Krippenvereins Dornbirn wurde eine Ausstellungsfläche von 400 m² geschaffen.
Die an die 140 Exponate umfassende Sammlung aus vier Kontinenten zeigt Krippen und Figuren mit unterschiedlichen Interpretationen der Heiligen Nacht.

https://www.krippenmuseum-dornbirn.at

Stadtmuseum Dornbirn
Schafklammer
Schafklammer/n Schafkluppe/n
Stadtmuseum Dornbirn

1 Schafklammer bzw. Schafkluppe aus hellem Holz: Annähernd rechteckiges, in der Mitte schmäleres Holzbrett, welches vorne und hinten je zwei ausgeschnittene Stücke in den Maßen 13 x 3cm hat; diese sind pro Seite mittels zweier wirbelartig zugeschnitzter Holzteile in vier Felder zu unterteilen. Dreimal "J + E" eingebrannt. Ein Riss im Holz wurde mit drei Schrauben gesichert.

Das Stadtmuseum Dornbirn ist in einem 200 Jahre alten Patrizierhaus direkt am Marktplatz untergebracht. Auf drei Stockwerken präsentieren ausgewählte Objekte und Kunstwerke wichtige Kapitel der Stadtgeschichte. Auch das Alltagsleben des zentralen Wirtschaftsstandortes im Rheintal wird in den Blick genommen.
Sonderausstellungen und Veranstaltungen zu regionalen, kulturhistorischen und zeitgenössischen Themen ergänzen die Dauerausstellung. Darüber hinaus steht ein international bedeutsames Textilmusterarchiv mit über 300.000 Objekten für Forschungszwecke zur Verfügung.

https://stadtmuseum.dornbirn.at

Vorarlberg museum
Weihestein
Weihestein der Bregenzer Kaufleute
Römischer Weihestein
vorarlberg museum

Das vorarlberg museum ist mit seinen umfangreichen archäologischen, geschichtlichen, kunstgeschichtlichen und volkskundlichen Sammlungen eine der zentralen Institutionen zur Bewahrung des kulturellen Erbes des Landes. Das Museum versteht sich als Museum für Einheimische und Vielheimische. Es verbindet Geschichte mit Gegenwart und gewährt Ein- und Ausblicke. Es berichtet von Menschen und Dingen. Es zeigt in seinen Ausstellungen nicht die Geschichte Vorarlbergs, sondern viele Geschichten Vorarlbergs.

Das vorarlberg museum geht auf die Gründung des Vorarlberger Landesmuseumsvereins im Jahr 1857 zurück. Seine Sammlungs- und Forschungstätigkeit bildete den Grundstock für die kulturgeschichtlichen Schausammlungen des Vorarlberger Landesmuseums, das sich seit 1905 am Kornmarkt in Bregenz befindet. 2009 wurde das alte Landesmuseum geschlossen, 2011 in vorarlberg museum umbenannt und 2013 im neuen, von Cukrowicz Nachbaur Architekten geplanten Gebäude wiedereröffnet.

https://www.vorarlbergmuseum.at

Vorarlberger Museumswelt Frastanz
Morsetelegraph
Russischer Morsetelegraph
Vorarlberger Museumswelt Frastanz

Die Vorarlberger Museumswelt in Frastanz ist ein landesweit einzigartiges Museumsprojekt. Auf dem Gelände der ehemaligen Textilwerke Ganahl versammelt sie derzeit sechs Museen und Sammlungen zu verschiedenen Themen unter einem Dach. Insgesamt sieben Museen wird die Museumswelt nach dem Endausbau umfassen. Den Anfang machte 1998 das Elektromuseum. Neben der alten Wasserkraftanlage mit der historischen Schalttafel aus Marmor wird die Entwicklungsgeschichte der Elektrizität von der Erzeugung bis zum Endverbraucher anhand zahlreicher Exponate dargestellt.

Im Jagdmuseum sind die Besucher eingeladen, sich mit aktuellen Herausforderungen der Jagd in Vorarlberg auseinanderzusetzen. Das Landesfeuerwehrmuseum und das Rettungsmuseum sind weitere selbständige Einrichtungen im Museumsareal. Vor allem die Fahrzeughalle im ehemaligen „Wollaschopf“ ist ein Erlebnis für die ganze Familie. Die Geschichte des Tabakanbaus und -konsums wird im 2017 eröffneten Tabakmuseum aufgearbeitet, während sich im jüngsten Neuzugang, dem Grammophonicum, ein visuelles und akustisches Panorama der frühen Phonotechnik entfaltet. Jedes einzelne Museum verfügt über fachlich kompetente Vermittlungsangebote.

https://www.museumswelt.com