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Mittwoch, 6. Mai 2020


Mittwoch, 16. Dezember 2020 um 10:05:15 von Kulturpool Redaktion

Der Skipionier Matthias Zdarsky

Anlass
Europeana / Kulturpool Fokus Sports - outdoor

Der Skipionier Matthias Zdarsky

Zdarsky
Der Skipionier Mathias Zdarsky
23.04.1940, Franz Blaha
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

Lange bevor Skifahren ab den späten 50er Jahren, spätestens mit dem Olympia-Gold von Franz Klammer 1976 zu einem Massenphänomen wurde, organisierte ein Lehrer und Maler am 19. März 1905 am Muckenkogel bei Lilienfeld unter der Bezeichnung Wettfahrt den ersten Torlauf der Skigeschichte, mit mehr als 20 TeilnehmerInnen. Ein Motiv dieser Veranstaltung war das Vorzeigen einer neu entwickelten Technik für den Skilauf. Matthias Zdarskys Erfindung der „Lilienfelder Stahlsohlen-Skibindung“ sowie der Entwicklung der Stemmbogen Technik hat das Skifahren nachhaltig verändert und über Jahre geprägt. Erstmals gab es eine feste Verbindung zwischen Schuh und Ski und somit konnten auch neue und schnellere Schwünge gesetzt werden.


Die Lilienfelder Stahlsohlen-Skibindung
Aus dem Zdarsky Museum Lilienfeld

http://www.zdarsky-ski-museum.at/

Matthias Zdarsky veröffentlichte 1896 sein Buch über seine neue Technik: Die „Alpine Lilienfelder Skifahrtechnik“, die im Gegensatz zu den flacheren norwegischen Techniken sich mit Lösungen für Steilhänge und schnelleres Fahren auseinandersetzte. Es löste Begeisterung aus, entfachte ein großes Interesse für das Skifahren und wurde in vielen Auflagen in viele Sprachen übersetzt.

Von den Einnahmen aus dem angemeldeten Patent der geschützten Skibindung konnte er leben und verlangte in Folge auch kein Geld für seine zahlreichen SchülerInnen jedweden Alters.
Der Muckenkogel ist mit seinen ca. 1300 Metern am Traisental bei Lilienfeld gelegen, und bis heute ein beliebtes Wander- und Skiziel. Immer noch finden jährlich an dem Jubiläumstag im März ein Nostalgie-Skirennen statt, das weltweit einzigartig ist, da es nur historische Ausrüstung und die damals gängige Einstocktechnik erlaubt. Selbst die Fahnen sind originalgetreu und die Zeitmessung läuft per Hand. Die Kurssetzung würde einem heutigen Riesentorlauf entsprechen, zumal Schnelligkeit und auch sturzfreies Fahren bewertet wurden. Um sich ein Bild zu machen, am besten als Live-Nostalgie Erlebnis ansehen.

Zdarsky
Matthias Zdarsky
1925, Der Skipionier als Kletterer im steilen Hang der Kalkvoralpen.
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

Zdarsky wirkte auch als Lawinenexperte und blieb selbst nicht verschont. Während eines Einsatzes im Niedergailtal erwischte Zdarsky im Februar 1916 eine Nachlawine und bescherte ihm zahlreiche Knochenbrüche. Mit viel Disziplin und starkem Willen ging er selbst danach wieder das Skifahren an und stand bis in das für damalige Verhältnisse hohe Alter von achtzig Jahren noch auf Skibrettern.

EUROPEANA GALLERIE Links

Europeana Galleries zum Thema Skifahren und Pisten: https://www.europeana.eu/de/galleries/skiing-and-ski-slopes

Im Rahmen der Europeana Sports Collection https://pro.europeana.eu/project/europeana-sport

„Wissenschaft ist gesammelte Erfahrung.
Erfahrung ist logisch geordnete Erinnerung.
Erinnerung ist festgehaltene Beobachtung.“
Matthias Zdarsky

Zitat aus der 2012 entstanden Diplomarbeit mit dem Titel:
Konzept eines virtuellen Museums am Beispiel von Leben und Werk von Mathias Zdarsky
von Martina Mühlbauer
Magisterarbeit, Universität Wien. Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport
BetreuerIn: Müllner, Rudolf

In der vorliegenden Diplomarbeit werden die Inhalte für ein virtuelles Museum über Mathias Zdarsky hermeneutisch erarbeitet. Mit Hilfe von Literaturrecherchen werden die Biografie Zdarskys und dessen Bedeutung für die Entwicklung des Alpinen Skilaufes dargestellt und hinterfragt. Dabei wurde aufgezeigt, dass Mathias Zdarsky maßgeblich für dessen Entstehung und Weiterentwicklung verantwortlich war. Da die Arlbergschule durch die Ausbildung von Lehrer und Lehrerinnen, sowie Skilehrer und Skilehrerinnen in Österreich immer mehr an Bedeutung gewann, konnte sich seine Alpine (Lilienfelder) Skifahr-Technik auf lange Sicht nicht durchsetzen und verschwand beinahe vollständig. (Abstract Diplomarbeit Mühlbauer)

http://othes.univie.ac.at/20440/


Zdarsky Hut
aus grauem Wollfilz mit 4 eingestanzten Löchern in der Krempe
Aus der Sammlung der Europeana, Beitragende Institution: Wien Museum https://classic.europeana.eu/portal/de/record/2048206/europeana_fashion_M_18970.html?utm_source=new-website&utm_medium=button

Zdarsky gilt außerdem als Erfinder des Biwacksacks.


Wohnhaus Zdarsky
Wohnhaus von Mathias Zdarsky bei Lilienfeld
Von ihm selbst entworfen und gebaut.
Blaha, Franz
Aus der Sammlung der Europeana, Beitragende Institution: Österreichische Nationalbibliothek https://classic.europeana.eu/portal/de/record/92064/bildarchivaustria_Preview_1496340.html?utm_source=new-website&utm_medium=button

1931 wurde ihm das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen, 1936 das Offizierskreuz des österreichischen Verdienstordens. 1951 wurde der Zdarskyweg in Wien-Hietzing und 1977 die Zdarskystraße in St. Pölten-Spratzern nach ihm benannt. In Lilienfeld erinnert ein Denkmal an ihn.

1981 wurden im Bezirksheimatmuseum in Lilienfeld Zdarsky-Schauräume eingerichtet, 1996 wurden sie zum „Zdarsky-Skimuseum“ vereinigt. Ebenfalls 1981 wurde zwischen Lilienfeld und der japanischen Stadt Jōetsu eine Städtepartnerschaft begründet, die auf Zdarskys Wirken zurückgeht: Theodor Edler von Lerch, ein Schüler Zdarskys, brachte das Skifahren als Austauschoffizier nach Jōetsu, von wo aus es sich auch in Japan verbreitete. Am 26. Oktober 1991 wurde auch mit Třebíč, zu der der Geburtsort damals gehörte, eine Städtepartnerschaft abgeschlossen. (Wikipedia Einträge)

Mount Zdarsky
Auf der Antarktischen Halbinsel im sogenannten Grahamland erinnert der Mount Zdarsky an sein Lebenswerk. Der Berg ist mit seinen 1.200 Metern in etwa so hoch wie der Muckenkogel im Traisental. Ob er auch für Skifahrten befahrbar ist, ließ sich leider trotz dahingehender Recherche bis dato nicht herausfinden. Man darf aber davon ausgehen, dass die Namensgeber sich bei der Nennung etwas gedacht haben.

Es finden sich beide Schreibweisen zu Matthias bzw. Mathias in den diversen Artikeln, Biographien, Online-Stellen.

In diesem Sinne wünscht die Redaktion erholsame Feiertage, ein gutes und inspirierendes neues Jahr und für die skifahrenden Leserinnen und Leser gute Schneetage. Naturgemäß schöne Schneetage auch an die nicht-skifahrenden Leserinnen und Leser.

Zwei Drittel der Bevölkerung gaben in Umfragen aus den 90er Jahren noch an, zumindest manchmal skizufahren, heutzutage geben zwei Drittel der Bevölkerung an, an Skifahren nicht interessiert zu sein. Alles ist und bleibt im Wandel und im Lauf der Zeit.

Alles Gute wünscht die Redaktion!

Mittwoch, 11. November 2020 um 11:43:57 von Kulturpool Redaktion

Trude Pritzi und Richard Bergmann

Anlass
Europeana / Kulturpool Fokus Sports - indoor-outdoor

Trude Pritzi und Richard Bergmann

Eine Tischtennishalle im Herzen des 8. Wiener Gemeindebezirks ist wahrscheinlich die älteste der Welt. Die Halle in der Lange Gasse 69 stammt aus dem 19. Jahrhundert - damals spielten Männer im Frack Tischtennis. Mit ihrer mehr als hundertjährigen Geschichte war sie der Trainings- und Spielort mehrerer österreichischer Weltmeister.
Hier hat eine der bekanntesten Weltmeisterinnen, Trude Pritzi, das Tischtennis erlernt und revolutioniert. In ihrer Karriere gewann Trude 14 Weltmeisterschaftsmedaillen - fünf Goldmedaillen, zwei Silbermedaillen und sechs Bronzemedaillen.
Im Alter von 17 Jahren schaffte Trude Pritzi 1937 den Sprung ins Finale der Tischtennis-Weltmeisterschaft in Baden, Deutschland.


Trude Pritzi und Richard Bergmann
Aus der Sammlung der Europeana https://blog.europeana.eu/2020/10/trude-pritzi-richard-bergmann-table-tennis-world-champions-from-vienna/

Ihr Spiel gegen die amtierende Meisterin Ruth Aarons aus den Vereinigten Staaten war defensiv. Pritzi und Aarons spielten 100 Minuten lang mit ihren ausgiebigen und erschöpfenden Ballwechseln, die die Jury zwangen, das Spiel abzubrechen und die Meisterschaft zu verlassen.
Dies war das erste und einzige Mal, dass eine solche Entscheidung im Wettkampf-Tischtennis getroffen wurde. Die Juroren wünschten, dass Tischtennis nicht nur als defensiver, sondern als aktiver und energischer Sport angesehen wird.
Im März 1938, wenige Wochen vor dem Anschluss, gewann Pritzi in Wembley, London, ihre "erste" WM-Goldmedaille - ohne einen einzigen Satz zu verlieren.

[
Trude Pritzi
black and white photographer, woman playing table tennis
Trude Pritzi via Gerhard Palnstorfer | Flickr, CC BY-NC-SA
Aus der Sammlung der Europeana via Gerhard Palnstorfer

Nach dem Anschluss spielte Pritzi bei den Weltmeisterschaften 1939 in Kairo, Ägypten, für die Mannschaft von Nazi-Deutschland. Dort gewann sie vier Weltmeisterschaftsmedaillen, darunter Silber im Einzel und Gold im Doppel.


Trude Pritzi, bei ihrer Ankunft in Wien nach den deutschen Meisterschaften
17.01.1939
Aus der Sammlung der Europeana

Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte Pritzi wieder für Österreich, wo sie 1947 bei den Meisterschaften in Paris Bronze und Gold im Einzel und Doppel gewann. Ihre letzte Weltmeisterschaftsmedaille gewann sie 1953 - eine Bronzemedaille als Mitglied der österreichischen Mannschaft.

Im Jahr 2001, 33 Jahre nach Pritzis Tod, wurden Pritzi und Aarons posthum vom Internationalen Tischtennisverband zum "Co-Champion" der Meisterschaft von 1937 ernannt.

In den Tagen vor dem Zweiten Weltkrieg sprach Pritzi davon, sich wie eine Profisportlerin zu fühlen und weiter zu spielen. Nach dem Krieg erwähnte Pritzi in Interviews, dass sie "völlig erschöpft war, dass viele ihrer Kollegen fliehen mussten".

Richard Bergmann
Richard Bergmann war einer von ihnen.
Er hatte in der gleichen Tischtennishalle gespielt, in der auch Pritzi spielte, und gewann 1937 bei den Weltmeisterschaften eine Einzel-Goldmedaille sowie Silber im Doppelwettbewerb.
Mit 17 Jahren war Bergmann der jüngste Mensch, der einen Weltmeistertitel im Einzel gewann – einen Rekord, den er bis heute hält.

Bergmann
Bergmann_Tischtennis
Internationale Meisterschaft von Österreich im Wiener Messepalast: Durchblick während des Semifinalspiels. Richard Bergmann
2.11.1952
Aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

1938, nach dem "Anschluss", floh der jüdische Bergmann, wie viele andere herausragende jüdische Tischtennisspieler, aus Wien und ging nach London. Von da an trat er für England an und gewann in seiner restlichen Karriere 16 Medaillen - darunter zwei Goldmedaillen im Einzel und Doppel bei den Weltmeisterschaften 1939.
Sowohl Richard Bergmann als auch Trude Pritzi waren gerade 17 Jahre alt, als sie ihre ersten Weltmeistertitel gewannen, wobei beide ihre Karriere im selben Wiener Tischtenniszentrum in der Lange Gasse begannen - einem Zentrum, das bis heute besteht und jedenfalls einen Besuch und ein Tischtennisspiel vor Ort wert ist!

Mediathek
Österreichischer Tischtennisweltmeister Ausschnit
Preparing for world table tennis championship at Imperial Institute.
Workmen putting the finishing touches to the tennis arena at the Imperial Institute , Kensington .x000D
7 February 1935
Fotografie aus der Sammlung der Europeana
Ton Ausschnitt aus der Sammlung der Österreichischen Mediathek

Mittwoch, 30. September 2020 um 12:23:18 von Kulturpool Redaktion

Kulturpool und die Millionengrenze

Anlass
Eine Million Objekte auf Kulturpool

Kulturpool als Millionär

Obwohl je nach landesspezifischer Währung die Summe von einer Million einen jeweils gänzlich unterschiedlichen Vermögenswert darstellen mag, ist der Begriff nach wie vor für viele ein quasi verbrieftes Versprechen einer Überlebensgarantie oder ein Ankommen in einem Umstand eines zukünftig finanziell unbeschwerten Lebenswandels.
Warum das so ist, lässt sich nicht so leicht klären, jedenfalls ist dieses Bild hinten wie vorn brüchig und ein Wunschdenken.

Auch der Kulturpool wird mit dem Erreichen der „Ersten Million“ nicht alle seine Themen und Herausforderungen los werden und die engagierten Bemühungen um Qualitätssteigerung, Aufbau weiterer Anbindungen und Vernetzung unter den heimischen Kulturinstitutionen sowie dem Brückenbau auf Europäischer Ebene werden weitergehen. Jedoch gibt es im Sinne des angesprochenen Mythos des Begriffes Million, sehr wohl Anlass, auf eben diese Million aufmerksam zu machen.

Mehr als eine Million Objekte sind dank der kontinuierlichen Kooperation mit Österreichischen Museen und anderen Kultureinrichtungen nun abrufbar. Als nachhaltiges zentrales Übersichts- und Suchportal des digitalen österreichischen Kulturerbes ist hier sicherlich ein Meilenstein erreicht, der durch eine Vielzahl an dankbaren substanziellen Kooperationen gelungen ist. Das lässt zurückgreifen auf den ursprünglichen Ansatz und der Zielsetzung des Projekts Kulturpool:

„Das inhaltliche Ziel des sektionsübergreifenden Projekts Kulturpool ist es, ein zentrales Übersichts- und Such-Portal digitalisierter Objekte und Kataloge aller österreichischen Kulturinstitutionen zur Verfügung zu stellen. Strategisches Ziel ist dabei die engere Verknüpfung zwischen Kultur und Bildung sowie - der „Future Learning" Initiative folgend -das österreichische Kulturerbe mit neuen Technologien der breiten Bevölkerung zugänglich zu machen. Zielgruppen des Kulturpools sind die kulturinteressierte Öffentlichkeit, SchülerInnen, LehrerInnen, sowie Wissenschaft und Forschung.“

So jedenfalls Eigendefinition und offizielle Projektbeschreibung, erweitert durch den europäischen Ansatz:

„Der Kulturpool wird darüber hinaus als zentraler Datenlieferant digitalen österreichischen Kulturerbes für die Europäische Digitale Bibliothek Europeana dienen und damit einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung österreichischen Kulturerbes auf europäischem Niveau leisten.“

Von öffentlicher Hand finanziert und frei zugänglich lässt sich auch abseits der kommerziellen Welt mit dem Begriff „Warenkorb“, in unserem Fall Merkliste, ein Prozess erklären, der eine Variante der Nutzbarkeiten des Kulturpools vorstellen lässt und eröffnet:
Dank der kontinuierlichen Qualitätssteigerung in Bild und Metadaten sowie der laufend wachsenden Zahl der Objekte, die eine erweiterte Nutzung erlauben, ermöglicht Kulturpool ein digitales Flanieren und Bewandern der Sammlungslandschaften Österreichs unter Verwendung der Suchmaschine „Melvil“, die dank semantisch generierten Daten im Hintergrund die Begriffsverknüpfungen erstellt und begleitet, gleich einem postalischen Zusteller, um gedanklich metaphorisch beim Online-Shopping zu bleiben.

In den letzten Jahren kam es zur Neuanbindung zahlreicher größerer oder kleinerer Institutionen und Kultureinrichtungen wie der Wienbibliothek, der Albertina, der Vorarlberger Landesbibliothek sowie der Stiftsarchive des Monasteriums, weiters auch die „RealOnline“ oder „Phaidra“ sowie ein Open Content Paket der Österreichischen Galerie Belvedere, MAK oder der ÖAW.

2020 werden die Anbindungen des Projekts „museen in vorarlberg“ (einer Kooperation des Vorarlberger Museumsvereins und der Vorarlberger Landesregierung) sowie des Dipkatalogs der NÖ Museen (Museumsmanagement NÖ) umgesetzt.

So lässt sich nach einer spontanen digitalen Wanderung ohne Hinzuziehen diverser Wanderkarten, folgendes im kulturellen Warenkorb finden:

Auf der Suche nach dem einmillionsten Objekt wurde ohne notarielle Begleitung aber mit Bedacht auf die letzten Anbindungen ein kultureller Warenkorb per Zufallsprinzip gefüllt:

Objekt 1 aus dem Warenkorb zur Million
PaulchensKuss
Paulchens Millionenkuss

Datierung:
1918

Beschreibung:
Das Plakat des Propagandafilms „Paulchens Millionenkuss“ mit dem Schauspieler Paul Hindemann aus dem Jahr 1918, das erzählt, wie Paul Heidemann für Kriegsanleihen damit wirbt, dass bei all den jungen Damen, diejenige einen Kuss von ihm erhalten wird, die am meisten Kriegsanleihen eingesammelt hat…

Aus der Sammlung Plakat (Sammlung), Bibliothek und Kunstblättersammlung
Herausgeber: MAK – Museum für angewandte Kunst

Objekt 2 aus dem Warenkorb zur Million
Wehrmachtshelm
Wehrmachtshelm, zum Mörtelschöpfer umfunktioniert

Datierung:
1940-1945

Beschreibung:
In den Sammlungen des Volkskundemuseums findet sich unter der Rubrik „Highlights aus dem Volkskundemuseum“ ein Wehrmachtshelm, der in der Nachkriegszeit zum Mörtelschöpfer umfunktioniert wurde, mit dem Hinweis versehen, dass in dieser Zeit häufig Kriegsrelikte zu Werkzeugen des Friedens umfunktioniert wurden. Ein Wehrmachtshelm diente als Mörtelschöpfer beim Bau eines Hauses.

Link: http://www.kulturpool.at/plugins/kulturpool/showitem.action?itemId=206158908705&kupoContext=default

Aus der Sammlung Highlights aus den Sammlungen
Herausgeber: Österreichisches Museum für Volkskunde

Objekt 3 aus dem Warenkorb zur Million
CharterLilienfeld
Charter: LilienfeldOCist 1336 II 25

Datierung:
1336

Beschreibung:
Aus dem kollaborativen Archiv des Monasteriums die Sammlung historischer Dokumente, die als digitale Faksimiles gesehen und verwendet werden können bieten einen spannenden Einblick in Verhältnisse und mehr oder weniger alltäglicher Gebarungen dieser Zeit.
Ein Charter aus dem Jahr 1336 der Sammlung des Stiftarchives Lilienfeld: LilienfeldOCist 1336 II 25, beschreibt die Hofübergabe des Ulrich Pylichdorfers und dessen Frau Erweip an Abt Oetaker und dem Konvent von Lylienueld:
Beschreibung: Vlreich der Pylichdorfer und seine Frau Erweip geben Abt Oetaker und dem Konvent von Lylinueld als Seelgerät: 1 Hof auf der Stetten, dient 3 ß, 9 Käse Ramstainer gantzer, 1 Metzen Bohnen, 1 Bündel Flachs, 1 Mäher, 1 Schnitter, 4 Hühner und 20 d für Wein- und Rinderfuhr, dazu 20 d, die man zum Hof von 1 Hofstatt vnder der Maur dient…
Link: http://www.kulturpool.at/plugins/kulturpool/showitem.action?itemId=317828687877&kupoContext=default

Aus der Sammlung des Stiftarchives Lilienfeld
Herausgeber: Monasterium.net

Objekt 4 aus dem Warenkorb zur Million
Heimkehr
Heimkehr von der Arbeit (Die Liebenden am Scheideweg)

Datierung:
1861

Beschreibung:

Wer unter den fast viereinhalb-tausend Objekten der neuangebundenen „Open Content“ Dateien der Österreichischen Galerie Belvedere stöbern will, kann die unterschiedlichsten Werke wie Alben in einem gutsortierten Plattenladen suchen und genießen.
Ein Beispiel ist von der Biedermeier Ikone Ferdinand Georg Waldmüller die „Heimkehr von der Arbeit“ mit dem Untertitel: „Die Liebenden am Scheideweg“. Aus dem Jahr 1861, wenn auch die Datierung nicht mehr lesbar ist.

Link: http://www.kulturpool.at/plugins/kulturpool/showitem.action?itemId=253403128919&kupoContext=default

Aus der Sammlung Klassizismus | Romantik | Biedermeier
Herausgeber: Österreichische Galerie Belvedere

Objekt 5 aus dem Warenkorb zur Million
Diptychon
Flügel eines Diptychons, "Konstantinopolis"

Datierung:
Keine Angabe

Beschreibung:
Weibliche Gestalt mit Mauerkrone, in der linken Hand cornucopia (Cornu Copia bedeutet Füllhorn und ist ein mythologisches Symbol des Glückes), in der rechten eine brennende Fackel, auf ihrer rechten Schulter ein geflügelter Amor. Die Gestalt ist eine Stadtpersonifikation, die als die Personifikation der Stadt Konstantinopel angesprochen wird.

Link: http://www.kulturpool.at/plugins/kulturpool/showitem.action?itemId=532576968110&kupoContext=default

Aus der Sammlung Digitales ForschungsArchiv Byzanz (DiFaB)
Herausgeber: Universität Wien

Objekt 6 aus dem Warenkorb zur Million
Auferstehung
„Panorama vom Bodensee“

Datierung:
um 1890

Beschreibung:
In den historischen Sammlungen der Vorarlberger Landesbibliothek findet sich als Vogelschaubild eine Farblithographie sich Karten wie diese vom Bodensee von Louis Glaser, datiert um 1890. „Panorama vom Bodensee“

Link: http://www.kulturpool.at/plugins/kulturpool/showitem.action?itemId=261993604338&kupoContext=default

Aus der Sammlung Historische Landkarten
Herausgeber: Vorarlberger Landesbibliothek

Objekt 7 aus dem Warenkorb zur Million
Auferstehung
Die Auferstehung

Datierung:
1515

Beschreibung und Schlagwörter:
Flügelaltar-Rückseite/sakral; Schatten, handreichend, stehend, betend, sitzend, heraussteigend, Hände erhoben, Amikt, Albe, nackt, Schapel, Schnürung, Dalmatik, Bruech, Tiara, Zugalbe, Hl. Petrus, Mönch, Papst, Auferstehende, Auferstehender, Engel, Hl., Verdammter, Apostel, Wolke, Getreide, Geldbeutel, Schlüssel, Schnur, Erdboden, Garbe, Goldmünze, Grab, Himmel
Link: http://www.kulturpool.at/plugins/kulturpool/showitem.action?itemId=12885193708&kupoContext=default

Aus der Sammlung REALonline
Herausgeber: Institut für Realienkunde - Universität Salzburg

Objekt 8 aus dem Warenkorb zur Million
David
David, Harfe spielend

Datierung:
(erste Hälfte 16. Jahrhundert)

Beschreibung:
Benedetto da Montagna (Künstler_in) (Italien, um 1481 - 1558)

Link: http://www.kulturpool.at/plugins/kulturpool/showitem.action?itemId=4295428956&kupoContext=default

Aus der Graphischen Sammlung
Herausgeber: Albertina, Wien, Österreich

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Bei Interesse, diverse Sammlungen, Smart Works (kurze themenbasierte Artikel/Arbeiten, die mit Hilfe eines speziellen Editors und unter Nutzung der Kulturpoolinhalte verfasst werden können) oder Objekte bei Kulturpool anbinden zu lassen oder auch für Anregungen, bitte unter redaktion@kulturpool.at mit uns in Kontakt treten. Wir freuen uns.

Die Redaktion von Kulturpool wünscht Ihnen allen einen schönen, erholsamen und auch von vielen Motiven aus Kulturpool und Europeana inspirierten Herbst!

Dienstag, 30. Juni 2020 um 16:03:48 von Kulturpool Redaktion

Über Landschaften, Bukolisches und Bel-vedere

Anlass
Sommerliche und bukolische Landschaften, das "Belvedere" im wahrsten Sinne des Wortes

Über Landschaften, Bukolisches und "Bel vedere"
Die neue Anbindung der Bilder des Belvederes in Kulturpool und die Europeana

Bel vedere - aus dem italienischen kommend, bedeutet "das Schöne Sehen" bzw. "die schöne Aussicht", wie im französischen das Wort "Bellevue" oder dem englischen "View". Ein Wortstamm, der sich durch die unterschiedlichen romanischen oder indogermanischen Sprachwelten zieht, wie ein Mensch auf Reisen.

In diesem Sinne schlagen wir vor, diesen Feldweg aus der Sicht eines
auf einer Kutsche sitzenden Reisenden zu sehen und kurz innezuhalten:

Feldweg
Feldweg
Carl Gödel, 1922
Öl auf Leinwand
Aus der Sammlung der Österreichischen Galerie Belvedere

Bel Vedere im wahrsten Sinne des Wortes!

Sommer
Sommer
Rudolf Junk, 1907
Öl auf Leinwand
Aus der Sammlung der Österreichischen Galerie Belvedere

Sommerliche Landschaften

Der Sommer 2020 wird vielen in Erinnerung bleiben, schon bevor er überhaupt begonnen hat. Wenn wir diesen Sommer als ein zu malendes Bild sehen wollen, so ist der Rahmen bereits vorgegeben. Ausgangsbeschränkungen, Unsicherheiten in der Planung durch Reisewarnungen oder -verbote lassen den Blick auf Destinationen innerhalb der eigenen Landesgrenzen schweifen und Orte und Gegenden in das Blickfeld rücken, die uns zuvor vielleicht nicht so sehr in den Sinn kamen. In jedem Fall Momente der Sehnsucht innerhalb der Landschaften der eigenen Grenzen sowie naturgemäß auch darüber hinaus.

Dankenswerterweise hat Österreich eine breite Palette an Erholungs- und Urlaubs-Szenarien zu bieten. Unzählige Motive wie verwunschene Seen, bukolische Hügellandschaften, herausfordernde Berge und entlegene Almen schaffen ein reich bebildertes Mosaik aus nachhaltigen Eindrücken und dem Versprechen in diesen Erholung und Ruhe, Kraft und Inspiration zu finden. Bukolische Landschaften?

Bukolische Landschaften

Der Begriff der Bukolik erzählt von der Schäferdichtung und der Hirtenlieder. Ursprünglich bedeutet bukolisch ‘ländlich einfach’, eigentlich ‘das Hirtenleben betreffend’ nach lat. būcolicus, griech. būkolikós (βουκολικός) ‘zu den Hirten gehörig’, zu griech. būkólos (βουκόλος) m. ‘Rinderhirt’. Ein Begriff der bereits in der Antike von Dichtern wie Vergil oder Theokrit Verwendung fand und dadurch auch der Nachwelt erhalten blieb. Gedichte, getragen von ländlicher Sehnsucht erzählen von dem Hirtenleben und ähnlicher Idyllen. Eben auch die sogenannte Idyllendichtung greift auf diese Bezeichnung gerne zurück.

Kühe und Schafe
Kühe und Schafe
Unbekannt, 1856
Provenienz 1912 Legat Ludwig von Reithoffer
Aus der Sammlung der Österreichischen Galerie Belvedere

Aus diesem Blickwinkel in den Sommer zu gehen, die Natur- und Kulturlandschaften aus einer besonderen Perspektive zu beobachten und diese zu verorten suchen, der Sehnsucht nach dem Ruhigen und Einfachen eine erlebbare Inszenierung zu bieten, gleich der Motivsuche eines Malers, könnte viel Freude bringen und idealerweise auch Ruhe zugleich.

“Hühnerhof"
Hühnerhof
Demeter Koko, 1919
Öl auf Karton
Aus der Sammlung der Österreichischen Galerie Belvedere

Durch Landschaften Reisende mögen dies als Einladung zu einem Suchspiel sehen. Wo sieht man noch Rinder und Kühe weiden, wer hält sich noch Schafe und Hühner außerhalb der Massenindustrie? Die Freude in den Augen eines Kindes an einer Pferdekoppel vorbeizukommen und den Bewegungen und Lauten zu folgen. Den reichhaltigen olefaktorischen Eindrücken und Spuren nachzugehen, die einem Wandernden entgegenkommen.

Das Wort Landschaft umfasste ursprünglich, seit dem 12. Jahrhundert, die Anzahl der Bewohner einer Gegend oder eben eines Landes. Ähnlich dem Wort Herrschaft zielte es auf die Personen und Einwohner ab, erst viel später im ausgehenden Mittelalter gilt die bis heute übliche Bedeutung als ein rein geografischer Begriff.

Von der Landschaft zur Landschaftsmalerei. Die Landschaftsmalerei will das Verhältnis des Menschen zur Natur darstellen. Über die Jahrhunderte und Epochen mit einer sich laufend wandelnden Perspektive oder einem der jeweiligen Zeit entsprechenden Fokus auf veränderte gesellschaftliche Verhältnisse und Entwicklungen.

Traun und Traunstein
Die Traun und der Traunstein
Ludwig Halauska, 1875
(1876 Ankauf für Kaiserliche Gemäldegalerie. – 1929 Übernahme aus dem Kunsthistorischen Museum, Wien)
Aus der Sammlung der Österreichischen Galerie Belvedere


Die Rettenbachwildnis bei Ischl
Ferdinand Georg Waldmüller, 1832
Belvedere Museum Wien aus der Sammlung der Europeana

Nur die vorkolumbianischen Kulturen kannten keine Landschaftsmalerei. Aus welchem Grunde auch immer. Ansonsten lassen sich überall auf der Welt, zeitlich bis weit in die Antike zurück, Formensprachen der Landschaftsmalerei finden.

“Italienische Landschaft"
Italienische Landschaft
Carl Rahl, 1836/1850
Öl auf Leinwand
Aus der Sammlung der Österreichischen Galerie Belvedere

Die Redaktion von Kulturpool wünscht Ihnen allen einen schönen, erholsamen und auch von vielen Motiven aus Kulturpool und Europeana inspirierten Sommer!